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Apocalypse Now
Vietnam als Drogenoper - Kriegsfilmklassiker von Francis Ford Coppola


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Eine Kritik von Christoph Huber

Ein größenwahnsinniger Film sondergleichen: Seine ganze Existenz setzte Francis Ford Coppola für seine Vision des Vietnamkriegs als Drogenoper aufs Spiel und wäre fast daran zerbrochen (die Details kann man in der großartigen Dokumentation Im Herz der Finsternis sehen). Martin Sheen wird auf die Suche nach dem geheimnisvollen Col. Kurtz (Marlon Brando) quer durch den Irrsinn des Kriegs geschickt. Während seine Odyssee zu einer Serie seltsamer Begegnungen mutiert (die mittlerweile längst Pop-Ikonen geworden sind: Der Hubschrauberangriff zu Wagners Walkürenritt, Brandos narzistischer Monolog im Stroboskoplicht), wird ihm gleichzeitig klar, daß er zunehmends zum Alter Ego Kurtz´ zu werden droht. Ständig an der Grenze zur völligen Abgedrehtheit (ein Glanzlicht: Frederick Forresters Monolog über die Beefsteaks), scheitert Coppolas Bombast als Antikriegsfilm auf der ganzen Linie, als ein Stück Pop-Art und als eine Befindlichkeitsbeschreibung einer genuin unwirklichen Erfahrung (des zugedröhnten amerikanischen Soldaten in der unverständlichen Dschungelwelt Vietnams) ist er ein Meisterwerk - zudem ist er bis heute die einzig interessante, wenn auch völlig abgewandelte Filmversion von Joseph Conrads großer Novelle Herz der Finsternis.